Überraschungssieger, Lotterie und mutige Anfänger - das waren die Landesmeisterschaften im Schulschach

Die diesjährige Auflage der Landesschulschachmeisterschaften war erfolgreich und tragisch zugleich. Dies jedenfalls wenn man sich das Hauptturnier der Grundschule anschaut. Hier waren insgesamt 26 Teams angetreten, die beste Schulschachmannschaft im Land zu küren. Das Ergebnis vorweg. Insgesamt waren 6 (!) Mannschaften punktgleich, davon die ersten 4 mit genau den gleichen Resultaten (!) nämlich 3 Siegen und 3 Unentschieden. Gegeneinander hatten die vier Teams alle Unentschieden, 2:2 gespielt.

Dies dürfte es bisher noch nie gegeben haben. So musste die Zweitwertung entscheiden, was insbesondere für das Team der Heinrich-Heine-Grundschule aus Warnemünde bitter war. Sie konnten sich im Laufe des Turniers steigern, schafften es allerdings genauso wie die anderen Teams nicht, einen halben Brettpunkt in den direkten Duellen zu entführen und mussten mit dem 4. Platz vorliebnehmen. Trotz mäßiger Trainingsleistungen war dies trotzdem eine sehr starke Leistung und die 4 Jungs waren zurecht etwas enttäuscht. Auch Bastians 6 Siege halfen nicht. Trotzdem gehören sie weiterhin zu den besten Schulschach-Teams und wir hoffen, dass sie es im nächsten Jahr noch einmal versuchen und das dazwischenliegende Jahr nutzen, um konstanter und auch etwas leistungsstärker zu werden.

Riesige Freude herrschte dagegen bei der Naturraumschule in Kühlungsborn. Angeführt von den Brüdern Aljoscha und Filipp Rokhinson, wurden sie mit einem  Punkt in der zweiten Wertung Landesmeister vor der Rostocker Werner-Lindemann-GS und der Heinrich-Heine-GS aus Schwerin. Diesmal konnte auch das dritte Brett mit Lovell überzeugen und Oska erklämpfte an Brett 4 50%. Damit gibt es seit langem mal wieder ein Siegerteam, das nicht direkt aus Rostock kommt, allerdings wird das Team auch mit vom Schachzentrum betreut.

Ähnlich tragisch verlief die Meisterschaft für die Grundschule Lichtenhagen. Vor der letzten Runde führte man in der Wertung der 1.+2. Klasse mit einen Mannschaftspunkt. Man benötigte also möglicherweise nur ein Unentschieden, was am Ende tatsächlich auch gereicht hätte, denn die Grundschule Lankow aus Schwerin spielte in der letzten Runde auch nur UInentschieden. Allerdings erhielten die Lichtenhäger das stärkere Team der Käthe-Kollwitz-Grundschule Greifswald zugelost und das Team aus Schwerin hatte es mit der GS aus Wittenburg etwas leichter. Am Ende hieß es 1:3 und beide Teams waren nunmehr punktgleich. Auch hier musste die Zweitwertung entscheiden und die Kinder aus der Mühlengemeinde hatte mit 1,5 Punkten in der Zweitwertung leider das Nachsehen. Wie bei den Warnemünder Jungs zeigte sich ein wenig, dass die Spielpraxis nicht so gewesen ist, wie sie hätte sein können. Die Teilnahme der Kinder an anderen Turnieren war fast nicht gegeben. Trotzdem kämpften alle Vier vorbildlich und konnten sich als junge Mannschaft unter den besten zehn Teams platzieren.

Zweimal Bronze gab es dann noch für das Anfängerteam der Heinrich-Heine-Grundschule. Noch nicht einmal ein halbes Jahr sind Lucien, Emilia und Lir dabei. Angeführt von Enna, diesmal am ersten Brett, gelangen ihnen zwei Siege. Zwar platzierten sich im unteren Bereich des Tabellenfeldes, belegten allerdings den dritten Platz in der Wertung der 1. + 2. Klassen. Auch die Mädchen der Don-Bosco-Schule hatten sich eigentlich vorgenommen nach "Suhl" zu fahren. Dass das nicht mehr klappt, war zwar traurig, da die Deutschen Schulschachmeisterschaften seit kurzem in Willingen stattfinden, allerdings alleine der Mut, sich der Konkurrenz zu stellen, ist bewundernswert und wurde ebenfalls mit einer Bronzemedaille belohnt. Auch wenn es nicht ganz für die Qualifikation gereicht hat, haben sie gut im Turnier mitgespielt.

Auch die Jungs der Don Bosco Schule konnten sich sehr gut platzieren und können mit ihrem 7.Platz zufrieden sein. Für sie war es das letzte Mal, dass sie im Grundschulbereich antreten durften. Vielleicht sehen wir sie im nächsten Jahr in der WK IV.

Das zweite Team der Grundschule Lichtenhagen lieferte eine solide Leistung ab, und platzierte sich im Mittelfeld.

Nicht minder zu bewerten ist der Sieg in der sogenannten Königsklasse der WK II. Hier trat das CJD mit einer interessanten Mischung aus Spielerinnen und Spielern aus Rostocker Vereinen an. Eshwar, Markus und Maximilian Meyer vom Schachzentrum, Mala von Makabi sowie Franz vom SSC sowie Ivo als vereinsloser Spieler stellten das sechsköpfige Team. Diesmal gab es auch richtig starke Konkurrenz unter anderem mit dem AEG Neubrandenburg mit Jakob Hermann und Hannes Artur Schröder oder auch das Team von der Insel Rügen des Arndt-Gymnasiums aus Bergen, ebenfalls zum Großteil mit Vereinsspielern besetzt. Aber gerade an den hinteren Brettern waren die anderen Teams nicht so gut besetzt und insbesondere Markus und Franz konnten hier zeigen, was oin ihnen szeckt  dass sie schulsc und Markus und Maximilian spielen sowieso sehr gerne Schulschachturniere. Und so war es auch am  Samstag. Mit einem  Mannschaftspunkt Vorsprung gewann das CJD die Gesamtwertung und fährt ebenfalls wie die Naturraumschule zu den Deutschen Schulschachmeisterschaften.

Bleibt das Team der ecolea, die es wieder schaffte, eine Mannschaft aufzustellen. Zur Mitte des Turniers gab es noch gute Chancen auf einen Bronzeplatz, der allerdings in der vorletzten Runde mit einer Niederlage sanken. Am Ende wurde es ein 5. Platz für die vier Jungs. Hier ragte vor allem Konstantin am ersten Brett mit vier Siegen heraus.

Alles in allem überwiegt natürlich die Freude über die beiden Landesmeistertitel, insbesondere im Grundschulbereich, allerdings auch mit einem durchaus traurigen Ende, da die Chancen insbesondere drei Grundschulteams zu den Deutschen Schulschachmeisterschaften zu bringen selten so groß gewesen ist. Mit ein wenig mehr Glück wären durchaus ein Sieg der Grundschule Lichtenhagen im Bereich der 1.+2. Klasse und auch mindestens der Vizetitel für die Heinrich-Heine-Grundschule möglich gewesen. Wir hoffen, dass sich die Jungs hier mehr angespornt als enttäuscht fühlen und in den nächsten Monaten weiterhin die Möglichkeiten wahrnehmen, Schach weiter zu lernen und zu spielen.

Insgesamt nahmen 29 Kinder und Jugendliche des Schachzentrum an den 9 unterschiedlichen Teams teil. 5 der 9 Teams holten eine Medaille.

Das Turnier selbst war gut organisiert. Insbesondere hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ordentliche Spielbedingungen. Für die Zuschauerinnen und Zuschauer war es allerdings sehr beengt, ebenso, wenn insbesondere die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Spielbereich herauskamen. Die Versorgung war qualitativ  sehr gut, auch wenn sie sich zwischenzeitlich an der Kapazitätsgrenze fand, die Mitarbeiter konnten allerdings relativ schnell den Stau abbauen.

Positiv ist zu bemerken, dass auch etwas Multimedia Einzug gehalten hat. Wenn man dies sogar noch ein wenig erweitert, zum Beispiel die Spielpaarungen und Zwischenstände an die große Bühne wirft, könnte dies auch für die Zuschauer noch etwas interessanter.

Ein großer Dank geht an alle Eltern und Großeltern, die die Kinder vor Ort unterstützten und insbesondere auch für den Transport sorgten. Sie konnten sich vor Ort einen Eindruck verschaffen, wie toll die Kinder mittlerweile Schach spielen und auch im Team zusammenhalten, aber auch wie Sieg und Niederlage auf die Kinder und Jugendlichen einwirken. Auch das ist Teil des Lernprozesses im Schachspiel und in einem Wettkampf und letztlich auch für das weitere Leben. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben ihr Bestes gegeben und der Verein ist stolz solche tollen Kinder und Jugendlichen zu haben.